Dienstleistungen für die Arbeitswelt von morgen

Das Business Youth Center der WKS KV Bildung nimmt in enger Kooperation mit den Lehrbetrieben die Herausforderungen der Berufsbildung 4.0 in Angriff: Es unterstützt die Lehrbetriebe bei der Lehrstellenbesetzung, entlastet sie bei der Ausbildung und macht Lernende fit für die Anforderungen des zukünftigen Arbeitsmarktes.

«Projektbezogenes Arbeiten, befristete Verträge und Ein­sätze als Freelancer werden in Zukunft eine grosse Rolle spielen. Wir wollen unsere Lernenden auf diese Entwicklung möglichst gut vorbereiten.»

Andreas Schelbert, Leiter Business Youth Center

Für kleinere Unternehmen gestaltet sich die Besetzung der kaufmännischen Lehrstellen oft schwierig. Anders als noch vor einigen Jahren besteht heute ein Überangebot an Lehrstellen. Gerade kleinere Lehrbetriebe müssen einen hohen Aufwand betreiben, um ihre Lehrstellen mit geeigneten Schülerinnen und Schülern besetzen zu können. Die WKS KV Bildung weiss um diese Herausforderung. Als Bildungsunternehmen besitzt sie gleichzeitig eine grosse Nähe zu angehenden Berufsleuten und ist mit der Mentalität der Generation Z vertraut.
Um Lehrbetriebe zu unterstützen, hat die WKS KV Bildung AG das Business Youth Center (BYC) geschaffen und Andreas Schelbert mit der Leitung betraut. An der Schnittstelle zwischen der Wirtschaft, den Jugendlichen und dem Kanton greift er Bildungstrends frühzeitig auf und entwickelt in Abstimmung mit den Lehrbetrieben und den Branchenverbänden Dienstleistungen, welche die Berufsbildung weiterbringen. «Wir kennen die moderne Arbeits- und Bildungswelt und wollen mit unseren Angeboten 1:1 auf sie eingehen», sagt Andreas Schelbert. Sein wichtigstes «Werkzeug» ist das vernetzte, dienstleistungs­orientierte Denken: «Ich muss mich in die Rolle aller Parteien hineinversetzen und die Dinge aus verschiedensten Blickwinkeln betrachten, um den Nutzen eines möglichen Angebots abschätzen zu können», sagt Andreas Schelbert.

Vermittlung von Lernenden

Seit 2017 organisiert das Business Youth Center sogenannte Job-Speed-Dating-Anlässe, an denen künftige Lernende und Lehrbetriebe einander kennenlernen können. Die Sichtung der Dossiers und die Vorselektion der Bewerbenden erfolgen im Business Youth Center nach den Vorgaben der teilnehmenden Lehrbetriebe. Die Job-Speed-Dating-Anlässe waren bereits im Pilotjahr 2017 ein Erfolg. Für 2018 wurde das Angebot auf vier Events mit jeweils drei bis vier Lehrbetrieben ausgebaut.
Eine weitere Dienstleistung des Business Youth Center ist das Basisprogramm für neue Lernende. In unterschiedlichen Modulen werden sie während des Übertritts in den neuen Lebensabschnitt begleitet. Dieser bringe einschneidende Veränderungen ihrer bisherigen Lebensgewohnheiten mit sich, sagt Andreas Schelbert: «Die Lernenden kommen von der Volksschule, wo der Unterricht meistens an einem Ort und in einer Klasse stattgefunden hat. In der Lehre müssen sie sich an verschiedenen Lernorten zurechtfinden: Sie arbeiten im Lehrbetrieb, besuchen überbetriebliche Kurse und kommen zu uns in den Unterricht.»
Das Modul «Neuer Lebensabschnitt – was nun?» greift diese Aspekte auf. In einem zweiten Modul werden den Lernenden ein überzeugendes Auftreten am Telefon und weitere kommunikative Fähigkeiten vermittelt, die sie von Beginn weg benötigen.

Zweites Lehrjahr wird zum Wanderjahr

Um Lehrbetrieben noch mehr Hand zu bieten, erarbeitet Andreas Schelbert ein weiteres Angebot: Unternehmen schreiben auf einer Onlineplattform Projekte von drei bis sechs Monaten Dauer aus, auf die sich Lernende im zweiten Lehrjahr bewerben können. Damit will Andreas Schelbert gleich zwei Bedürfnisse auf einmal befriedigen: Insbesondere kleinere Unternehmen bekunden zuweilen Mühe, ihre Lernenden in alle relevanten Bereiche der kaufmännischen Ausbildung einzuführen. Die Zusammenarbeit mit einem oder mehreren Unternehmen kann diese Lücke schliessen. «Kleine Unternehmen leisten einen wichtigen Beitrag zur Schweizer Berufsbildung. Mit dem Lehrbetriebszusammenschluss honorieren wir ihr Engagement und entlasten sie dort, wo es sinnvoll ist», sagt Andreas Schelbert.
Die Lernenden wiederum erhalten die Chance, Erfahrungen in einem anderen Unternehmen zu sammeln und sich in einem neuen Umfeld zu behaupten. «Projektbezogenes Arbeiten, befristete Verträge und Einsätze als Freelancer werden in Zukunft eine grosse Rolle spielen. Wir wollen unsere Lernenden auf diese Entwicklung möglichst gut vorbereiten. Mit einem zweiten Lehrjahr, das wie ein Wanderjahr gestaltet ist, können wir ihnen die Skills mitgeben, die in der Arbeitswelt 4.0 gefragt sind», sagt Andreas Schelbert. Das Business Youth Center wird die Einsätze der Lernenden koordinieren. Angestellt bleiben diese bei ihrem Lehrbetrieb. Erste Projekte sollen ab 2019 ausgeschrieben werden.