«Die Wirtschaft befindet sich im Umbruch. Betroffen ist auch die Bildungsbranche.»

Giovanna Battagliero, Aufsichts- und Verwaltungsratspräsidentin WKS KV Bildung und Christian Vifian, Direktor WKS KV Bildung

Liebe Leserin, lieber Leser

Die Digitalisierung und der mit ihr einhergehende technologische Fortschritt durchdringen unsere berufliche und private Welt immer stärker. Die Wirtschaft befindet sich im Umbruch. Betroffen ist auch die Bildungsbranche. Hier hält die Bildung 4.0 Einzug. Sie beinhaltet digital unterstützte Unterrichtsformen wie unsere Lernplattform «WKS-Campus». Bildung 4.0 geht jedoch auch mit einer inhaltlichen Neuorientierung einher. Weil Wissen schnell überholt ist, verliert die reine Wissensvermittlung an Bedeutung. Immer wichtiger wird dafür der Fokus auf Kompetenzen. Vor allem transversale Kompetenzen werden gefragt sein. Dazu zählen die Fähigkeit, sich immer wieder neues Wissen aneignen zu können, und Co-Kreativität, die Zusammenarbeit und Lösungsfindung im Team. Diese Kompetenzen gilt es zu vermitteln.
Im Austausch mit der Wirtschaft, dem Kaufmännischen Verband, den KV-getragenen Schulen und dem Kanton treiben wir Bildung 4.0 voran. Wir engagieren uns insbesondere auch dafür, dass die Qualifikationsverfahren – die Schlussprüfungen – in den Berufslehren so angepasst werden, dass sie der modernen Arbeitswelt entsprechen. Es darf nicht mehr allein darum gehen, zu prüfen, was jemand weiss. Entscheidend ist, was eine Person kann.
Die Erkenntnisse aus der Grundbildung lassen sich auf die Weiterbildung übertragen: Auch hier geht es immer stärker darum, den Teilnehmenden mit praxisnahem Unterricht zu ermöglichen, sich die Kompetenzen anzueignen, die sie im Berufsleben tatsächlich benötigen.
Die Veränderungen in der Bildungsbranche betreffen die WKS KV Bildung als Ganzes. Sie verlangen, dass wir als Unternehmen und als Mitarbeitende offen sind und neue Wege beschreiten. Wir möchten dies mit einer gesunden Portion Gelassenheit tun: Wir schauen den Veränderungen ins Auge und erarbeiten neue Lösungen, doch wir hinterfragen Entwicklungen kritisch und behalten Bewährtes bei. Dies im Wissen darum, dass nur agil sein kann, wer seine Stabilität wahrt.
Um die kommenden Herausforderungen zu meistern, braucht es das Engagement von uns allen. In einem mehrjährigen Kultur­­­wandel konnten wir ein ­Führungsverständnis etablieren, das auf Vertrauen statt auf ­Kontrolle, auf Ermächtigung statt auf Vorgaben ­basiert. Dies ist Voraussetzung für ein partizipatives Miteinander. Der zweite Erfolgsfaktor sind die Mitarbeitenden: Wir sind stolz darauf, dass wir mit unseren Lehrpersonen, unseren Referentinnen und Referenten, unseren Dozierenden und unseren Mitarbeitenden in der Verwaltung eine Crew haben, welche Grossartiges geleistet hat und leistet.
Wir danken Ihnen für Ihr Vertrauen und wünschen Ihnen eine inspirierende Lektüre.