Christian Vifian

Christian Vifian

Direktor WKS KV Bildung 

SmartEconomy bezeichnet eine Veränderung in der Arbeitswelt. Sie führt auf dem Arbeitsmarkt wie innerhalb der Unternehmen zu Veränderungen, die die Organisation, Teams und auch das Individuum betreffen.

«Resiliente Unternehmen und Mitarbeitende sind für die Herausforderungen der Smart Economy besser gewappnet»

Die Unwägbarkeiten des Wirtschafts- und Arbeitslebens fordern jeden und jede von uns auf ganz neue Weise. Zuversichtlich bleiben, auch wenn die Zukunft ungewiss ist, eigenverantwortlich handeln, auch wenn sich manches unserer Kontrolle ­entzieht, Wissen und Erfahrungen mit ­anderen Akteuren teilen, auch wenn wir von ihnen noch wenig erhalten haben: Dies sind nur einige der Eigenschaften, die wir brauchen, um uns in Zeiten der Smart Economy erfolgreich zu behaupten. Als Unternehmen, als Mitarbeitende und als Menschen. 
In der Psychologie hat man sogenannte Resilienzfaktoren identifiziert, die für einen positiven Umgang mit Veränderungen entscheidend sind. Es geht darum, die Umstände zu akzeptieren, statt in einer Opferrolle zu verharren, lösungsorientiert und mit Optimismus Verantwortung für das eigene Geschick zu übernehmen, sich im Beziehungsnetz Hilfe zu holen sowie sich die eigenen Ziele zu vergegenwärtigen und sie anzusteuern. Was sich in der Psychologie bewährt hat, lässt sich auf die Arbeits- und Geschäftswelt übertragen: Resiliente Unternehmen, Führungspersonen und Mitarbeitende sind für die Herausforderungen der Smart Economy besser gewappnet. Als Bildungsunternehmen ist es deshalb unsere vorrangige Aufgabe, die Resilienzfaktoren bei unseren Anspruchsgruppen, aber auch bei uns zu stärken. In den Beiträgen in diesem Geschäftsbericht erkunden wir, wie wir dies tun. 

Auf Unternehmensstufe sowie im Rahmen unserer einzelnen Bildungsangebote arbeiten wir eng mit Partnern zusammen. Der Austausch mit ihnen liefert uns wichtige Inputs, die direkt unseren Lernenden und den Teilnehmenden unserer Angebote im Bereich Weiterbildung zugutekommen. Ein Beispiel dafür ist der Beirat der HFWbern.ch. Er setzt sich aus ehemaligen Absolventinnen und Absolventen zusammen, die heute Kaderstellen in verschiedenen Branchen und Unternehmen unterschiedlicher Grössen besetzen. Bei regelmässigen Treffen bringen sie die Sicht und die Bedürfnisse der Arbeitgeber ein, sodass wir unser Curriculum auf die Anforderungen des Markts ausrichten können. Unser Leiter Weiterbildung Thomas Kölliker erläutert im Interview, warum das Einholen von Aussensichten heute unabdingbar ist und was erfolgreiche Kooperationen ausmacht. 

Eine vielversprechende Partnerschaft sind wir auch für unser neues Bildungsangebot Digital Marketing Practitioner eingegangen: Mit Dr. Olivier Blattmann, dem Gründer der Internetagentur iqual, und Evelyne Leu, die bei Google für Bildungsprojekte verantwortlich ist, haben wir zwei renommierte Experten bzw. Unternehmen gefunden, welche die inhaltliche Qualität des Bildungsangebots garantieren. Doch nicht nur das: Der Digital Marketing Practitioner ist modular aufgebaut, sodass ein Einstieg jederzeit möglich ist. Da er das Vorwissen der Teilnehmenden berücksichtigt, ist er exakt auf die Bedürfnisse der heutigen Arbeitnehmenden nach individuellen Weiterbildungsmöglichkeiten zugeschnitten. ­Dasselbe gilt für unsere Angebote im Bereich Smart Economy, die wir im intensiven Austausch mit Kunden konzipiert haben. Manche von ihnen richten sich an Unternehmer und Geschäftsleitungsmitglieder, andere an Mitarbeitende in Schlüsselpositionen, sodass sich Unternehmen auf allen Ebenen fit für die Wirtschaft 4.0 machen können. 

In der Grundbildung engagieren wir uns ebenfalls für die Resilienz unserer Kundinnen und Kunden. Wir haben die Beratungsstelle plan.b ins Leben gerufen, die Lernende in schwierigen Situationen unterstützt. Sarah Messerli, die Leiterin von plan.b, spricht im Interview, wie sie die Jugendlichen begleitet und mit welchen Massnahmen sich die eigene Resilienz stärken lässt. Die Fähigkeit, positiv mit Veränderungen umgehen zu können, lässt sich auch mit geeignetem Unterricht entwickeln. Die Lernenden der Berufsmaturität machen sich in Interdisziplinären Arbeiten in den Fächern (IDAF) und einer Interdisziplinären Projektarbeit (IDPA) damit vertraut, unter Druck und im Team Resultate zu erzielen. Für die kaufmännischen Lernenden haben wir das fortschrittliche Unterrichtsmodell Begleitetes Selbstorganisiertes Lernen (BGSOL) eingeführt. Es fördert die Lernenden im Erwerb von Handlungskompetenzen, die sie im weiteren Berufsleben dringend benötigen – egal, welche Aufgaben sie dereinst wahrnehmen. Auf politischer Ebene setzen wir uns dafür ein, dass die geplante Revision der Bildungsverordnung Kauffrau/Kaufmann EFZ in die richtige Richtung geht. 

Last but not least haben wir unsere Sicherheitsmassnahmen in den Gebäuden angepasst und mit einer gross angelegten ­Evakuationsübung auf Herz und Nieren getestet. Denn Resilienz bedingt, sich so gut wie möglich auf jene Krisen vorzubereiten, die jederzeit eintreten können. Wenn unsere Lehrpersonen und Mitarbeitenden wissen, was im Falle einer Gefahr zu tun ist, schützen sie sich und andere. Die fortlaufende Schulung unseres Personals in Sicherheitsfragen ist uns deshalb ein wichtiges Anliegen. 

Ihnen, liebe Leserin, lieber Leser, wünsche ich eine inspirierende Lektüre, die Ihren Mut für Veränderungen und Ihre Lust auf Neues stärkt.