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«Unsere oberste Priorität ist,
Personen zu schützen.»

Andreas Jenni, Leiter Facility Management (FM)

«Verlassen Sie sofort das Gebäude!»

Wer bei einem Alarm weiss, was zu tun ist, schützt sich und andere. In Schulen ist eine gute Vorbereitung besonders wichtig. Die WKS KV Bildung hat deshalb mit einer grossen Evakuationsübung den Ernstfall geprobt.

 

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Wenn eine Sirene ertönt, ist rasches Handeln erforderlich. Da hilft es zu wissen, wo sich die Feuerlöscher und Fluchtwege befinden, ob Fenster und Türen vor dem Verlassen des Gebäudes geöffnet oder geschlossen werden sollten und wo der Sammelplatz ist. Denn wer in einem Notfall rasch und gleichwohl überlegt vorgeht, kann im Extremfall nicht nur sein Leben retten, sondern auch das von anderen. Dies gilt insbesondere für Personen mit grosser Verantwortung: So müssen zum Beispiel Eltern in einem Notfall sich und ihre Kinder in Sicherheit bringen können, ­Lehrpersonen Kindergartenkindern, Schülern oder Lernenden beistehen. 

Gerüstet für den Ernstfall 

Die WKS KV Bildung hat deshalb die Sicherheitsmassnahmen in ihren Gebäuden überarbeitet und mit einer gross angelegten Evakuationsübung überprüft, wie sie sich bewähren. Am 30. April 2019 um 8.45 Uhr war es so weit: Im Gebäude 1 wurde ein PC-Brand simuliert. Erst erklang ein Horn, dann wurde ein Alarm mit Durchsageinformation ausgelöst. Diese forderte alle Anwesenden auf, das Gebäude unverzüglich zu verlassen. Andreas Jenni, Leiter Facility Management (FM) der WKS KV Bildung, zeigte sich mit der Evakuationsübung zufrieden: «Die rund 425 Personen, Lernende, Lehrpersonen und Mitarbeitende, verliessen das Gebäude geordnet und fanden sich innert kurzer Zeit beim Sammelplatz ein. Besonders beeindruckt hat mich, wie Lernende mit vereinten Kräften zwei Kollegen im Rollstuhl über Treppen getragen und in Sicherheit gebracht haben.»

Ein weiteres Plus der Evakuationsübung: Sie hat einige Mängel zutage gefördert, die nun behoben werden, um die Sicherheit weiter zu erhöhen. So hat sich das von der Gebäudeversicherung Bern vorgesehene unterschiedliche Alarmierungssystem für die einzelnen Gebäude als verwirrend erwiesen. «Unsere Lehrpersonen unterrichten in verschiedenen Gebäuden. Sie müssen sich darauf verlassen können, dass bei einem Alarm stets dasselbe gilt. Wir möchten deshalb auf ein System umstellen, das zunächst einen stillen Alarm ans Facil­ity-Management-Team sendet. Dieses klärt die Situation ab und löst im Ernstfall den Alarm aus», sagt Andreas Jenni. Ausserdem werden die Durchsageinformationen ergänzt, damit alle Beteiligten wissen, dass sie bei einer Evakuation Türen und Fenster schliessen sollten. 

Oberstes Ziel: Personen zu schützen 

Bewährt hat sich die neue Notfall-App, die vor Kurzem eingeführt wurde. Die WKS KV Bildung stellt sie allen Lehrpersonen und Referenten kostenlos zur Verfügung. Diese können sich damit in einem Notfall direkt an die rund um die Uhr von der WKS KV Bildung bediente Hotline wenden. Bei der Evakuationsübung haben dies zahlreiche Lehrpersonen getan. Umgekehrt ­ermöglicht es die App Andreas Jenni, in einem Notfall Push-Nachrichten an sie zu verschicken. Die App enthält zudem eine Funktion für Reisen. Lehrpersonen können die Mobiltelefonnummern sämtlicher Lernender erfassen, mit denen sie unterwegs sind, und sie bei Flugzeugverspätungen und anderen Problemen rasch kontaktieren. Zudem erlaubt die App den Mitgliedern des ständigen Krisenstabs der WKS KV Bildung, einander mit wenigen Klicks anzurufen. Die App enthält weiter die gängigen Notfallnummern, unter denen die Blaulichtorganisationen alarmiert werden können.  

Die Evakuationsübung soll in Zukunft ­jährlich aus einem der Schulgebäude stattfinden. Ebenfalls weitergeführt werden die Schulungen zum richtigen Vorgehen in Notfällen wie bei einem Brand oder einem Amoklauf. Sie sind für alle Lehrpersonen, Referenten und Mitarbeitenden obligatorisch und finden alle zwei Jahre statt. Die WKS KV Bildung bietet zudem freiwillige Erste-Hilfe- sowie Feuerlöschkurse an. Und wenn es zwischen Weihnachten und Neujahr in den Gebäuden ruhig ist, proben die Mitglieder des Facility Managements einen Brandfall: Sie überprüfen, ob die Lüftungen abgestellt sind, die Lifte ins EG fahren, die Brandschutztüren sich geschlossen haben und die Lautsprecher funktionieren, die in jedem einzelnen Raum angebracht sind. «Unsere oberste Priorität ist, Personen zu schützen», sagt Andreas Jenni. 

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