Pascal Helfer

«Zukünftige Entwicklungen sind heutzutage oft unmöglich vorherzu­sagen. Trotzdem muss man sich auf sie einlassen, falls keine berechtigten Einwände bestehen. Denn sonst verpasst man den Anschluss.»

Pascal Helfer, Leiter Bildungsgänge  Führungsfachfrau/Führungsfachmann und agiles Angebot bei der WKS KV Bildung

 

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Wie man sich in der Welt
nach Mitternacht behauptet

Das Internet hat eine technologische Revolution angestossen, die das Wirtschafts­leben durcheinanderwirbelt. Unbeständigkeit, Ungewissheit, Komplexität und Mehrdeutigkeit sind die neuen Konstanten. Führungskräfte und Mitarbeitende sind gefordert, ihre Haltung anzupassen und ihre Kompetenzen zu erweitern. Die WKS KV Bildung begleitet sie auf diesem Weg.

 

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Die Digitalisierung verändert die Welt. Sie demokratisiert den Zugang zu Wissen, ­sodass in Unternehmen und für die Kunden mehr Know-how vorhanden ist. Gleichzeitig erhöht sie die Komplexität einzelner Geschäftsfelder in nie dagewesenem Ausmass. Viele Aufgaben sind deshalb trotz profunden Fachkenntnissen ohne externe Unterstützung nicht mehr zu bewältigen. «Der Zeitpunkt, an dem die Komplexität die firmeneigene Lernfähigkeit auf globaler Ebene überstieg, führte zu einem Paradigmenwechsel in der Wirtschaft», sagt Pascal Helfer, Leiter Bildungsgänge Führungsfachfrau/Führungsfachmann und agiles Angebot bei der WKS KV Bildung. 
Im alten Paradigma reichten die internen Ressourcen, um ein Unternehmen erfolgreich zu führen. Die Geschäftsleitung entwickelte Strategien und setzte diese um. Sie erhob Kennzahlen, um sich einen guten Überblick zu verschaffen, und baute auf das Fachwissen ihrer Mitarbeitenden. ­Veränderungen wurden meist defensiv angegangen. «Wehte der Wind der Veränderung, verstärkte ein Unternehmen seine Palastmauern und kaufte zum Beispiel die Konkurrenz auf», sagt Pascal Helfer. 
Im neuen Paradigma der Smart Economy funktionieren die alten Regeln nicht mehr. Kaum entwickelt, sind Strategien schon veraltet. Denn die heutige Wirtschaftswelt ist geprägt von Volatilität, Unsicherheit, Komplexität und Ambiguität, kurz VUCA. In dieser Welt stellen Firmen offene soziale Systeme dar. Neue Produkte und Dienst­­­leis­­tungen werden gemeinsam mit Partnern, Lieferanten und Kunden entwickelt. Open Innovation heisst dieser Prozess der Einbindung externen Wissens. Auch der Umgang mit Fehlern hat sich verändert. Einst als Schandfleck angesehen, gelten sie heute als «Smart Failures» oder intelligente Fehlschläge, als notwendige Schritte für die Entwicklung besserer Lösungen. Der Wirtschaftspädagoge Eddie Obeng nennt dieses neue Paradigma «The World after Midnight», auf Deutsch «Die Welt nach Mit-
ternacht». Begonnen hat die neue Welt laut ihm im Jahr 2000. 

Die drei Ebenen der Transformation

Die Voraussetzung für den Umstieg vom alten ins neue Paradigma ist eine umfassende Transformationsfähigkeit. Veränderungen müssen auf der Ebene des Unternehmens, der verschiedenen Teams und der einzelnen Mitarbeitenden stattfinden, weil alle drei miteinander verbunden sind. Auf Unternehmensstufe ist eine neue Kultur gefordert, in der Lernen grossgeschrieben und Fehler ausdrücklich begrüsst werden. So kann sich ein Teamgeist entfalten, der die Lösungssuche ungeachtet von Hierarchien und Zugehörigkeiten ins Zentrum rückt und in der Ko-Kreation das Mittel der Wahl sieht. Die Mitarbeitenden wiederum müssen ihr Verhalten anpassen und sich so führen, dass sie sich in der unwägbaren VUCA-Welt zurechtfinden. 
«Es braucht ein Wollen, ein Können und ein Dürfen», bringt Pascal Helfer das Zusammenspiel der drei Ebenen auf den Punkt. Nur wenn an allen Schrauben gleichzeitig gedreht wird, können Unternehmen, Teams und Mitarbeitende die Chancen der veränderlichen Arbeitswelt nutzen und zuversichtlich in die Zukunft blicken. 
Doch obwohl sich Unternehmen und Mitarbeitende in der Smart Economy von alten Denk- und Verhaltensmustern verabschieden, wird nicht alles anders. «Es gibt weiterhin einfache, überschaubare Aufgaben und Unternehmensbereiche. Sie können mit klassischen Rezepten angegangen werden wie Strategien, Plänen, Fachwissen», sagt Pascal Helfer. Doch bei komplexen Herausforderungen sind schnelles Handeln und Mut ­­­­­­­­gefragt. «Zukünftige Entwicklun­gen sind heutzutage oft unmöglich vorherzusagen. Trotzdem muss man sich auf sie einlassen, falls keine berechtigten Einwände ­bestehen. Denn sonst verpasst man den Anschluss», sagt Pascal Helfer. 

 

Unternehmen können prüfen, ob sie bereit für die Zukunft sind 

Um gesellschaftlichen Mehrwert für die herausfordernden Rahmenbedingungen der VUCA-Welt zu generieren und Führungskräften und Mitarbeitenden als Sparringpartner zu dienen, hat die WKS KV Bildung ihre Bildungsangebote in den letzten Monaten erweitert. Nebst klassischen Bildungsgängen, die Handlungskompetenzen für zahlreiche Aufgaben vermitteln, hat sie eine B2B-Box entwickelt. Sie umfasst verschiedene Analysen sowie Workshops für Führungskräfte, bei denen Werte definiert, Business-Modelle entworfen, Crowd-Sourcing-Projekte lanciert und Prozesse der Ko-Kreation ins Unternehmen integriert werden. Smart Camps vermitteln Führungskräften und Mitarbeitenden in Drehscheibenfunktionen Inputs zu Führung, Projektmanagement und Transformation. Speziell auf die Bedürfnisse von Mitarbeitenden zugeschnitten ist die Skill-Box mit ein- bis zweitägigen Modulen zu Sozialkompetenz, Selbstmanagement und Digitalisierung. Die B2B-Box soll im dritten Quartal 2019 mit einem kostenlosen Online-Selbstcheck ergänzt werden. Unternehmen können sich damit ein erstes Bild ihrer Transformationsfähigkeit und ihres
Entwicklungspotenzials machen.